Die Mittelschule – ein weiterführende Schule: Der Mittlere-Reife-Zug an der Mittelschule

 

Die Mittelschulen führen - wie die Realschulen - zum Mittleren Schulabschluss. Dazu laufen an den Mittelschulen parallel zwei Bildungsgänge: die Regelklassen und die M-Klassen.

 

Die M-Klassen sind ein Angebot für leistungsbereite Schüler, die sich höher qualifizieren wollen. Sie bieten eine Reihe von Vorteilen, z. B. Aufnahme in die M-Klasse ohne Prüfungsstress, keinen Wechsel der Schulart und des Schulstandortes, praxisorientierte Unterrichtsmethoden, Beibehaltung des Klassenlehrerprinzips.

 

Die R- und M-Klassen werden nach jeweils eigenen Lehrplänen unterrichtet, die in vielen Themen- und Lernbereichen Gemeinsamkeiten haben. Dies ermöglicht eine hohe Durchlässigkeit zwischen R und M. Die Schüler können leichter wechseln. Die M-Klassen stellen allerdings höhere Anforderungen an die Schüler, z. B. größeren Arbeitseinsatz, mehr Selbstständigkeit. Lerninhalte werden in ihnen ausgeweitet und vertieft.

 

Beide Bildungsgänge haben genau die gleichen Fächer: Religion/Ethik, Deutsch, Mathematik, Englisch, AWT, PCB, GSE, Kunst/Musik, Technik/Wirtschaft/Soziales, Sport

 

 

Gibt es Unterschiede zwischen R- und M-Klassen?

 

An die M-Schüler werden höhere Anforderungen gestellt. Sie haben einen eigenen Lehrplan. Die Lern-inhalte sind umfangreicher und vertiefter, die Aufgabenstellungen komplexer. Dies erfordert von den M-Schülern

  • einen höheren Grad der Beherrschung
  • höhere Selbstständigkeit und Zielorientierung
  • höheres Arbeitstempo
  • geringere Fehlerhäufigkeit
  • Bereitschaft und Wollen zu Mehrarbeit und größerem Zeitaufwand
  • größeren Arbeitseinsatz, verstärkten häuslichen Fleiß
  • Durchhaltevermögen
  • ordentliches Sozialverhalten
  • ...

 

Für die M-Schüler gelten strengere Vorrückungsbestimmungen:

  • R-Schüler müssen wiederholen, wenn sie mindestens viermal die Note 5 oder in Vorrückungsfächer einen Durchschnitt schlechter als 4,00 haben.
  • M-Schüler müssen wiederholen, wenn sie mindestens zweimal die Note 5 haben. Sie haben allerdings die Möglichkeit des Notenausgleichs.
  • Achtung: Die Note 6 zählt bei den R- und M-Klassen wie zweimal die Note 5!

 

 

Wer darf in eine M-Klasse? Aufnahmebedingungen

Grundsätzlich ist der Wechsel in eine M-Klasse am Ende der Jahrgangsstufen 6, 7, 8 und 9 möglich.

 

Wechsel von der 6. Klasse in die M7:

  • Antrag der Erziehungsberechtigten. Der Schüler hat dann drei Möglichkeiten, um eine Umstufung zu erreichen:
  • Durchschnitt im Zwischenzeugnis D, M, E 2,66 und besser
  • Durchschnitt im Jahreszeugnis D, M, E 3,00 und schlechter: Aufnahmeprüfung
  • Durchschnitt im Jahreszeugnis D, M, E 2,66 und besser.

 

Wechsel von der 7./8. Klasse in die M8/M9:

  • Antrag der Erziehungsberechtigten. Der Schüler hat dann drei Möglichkeiten, um eine Umstufung zu erreichen:
  • Durchschnitt im Zwischenzeugnis D, M, E 2,33 und besser
  • Durchschnitt im Jahreszeugnis D, M, E 2,.66 und schlechter: Aufnahmeprüfung
  • Durchschnitt im Jahreszeugnis D, M, E 2,33 und besser.

 

Von der R9 in eine 10M:

  • Antrag der Erziehungsberechtigten. Der Schüler hat dann zwei Möglichkeiten, um eine Umstufung zu erreichen:
  • Erreichen des QA und Durchschnitt in den Fächern D, M, E 2,33 und besser: sofortige Umstufung
  • Falls dies nicht der Fall ist: Aufnahmeprüfung, um Durchschnitt zu erlangen.

 

 

Durchlässigkeit der Bildungsgänge

Ein wichtiger Vorteil des R- und M-Systems an Mittelschule ist die Durchlässigkeit. Ein Wechsel von R zu M, aber auch der Wechsel von M zu R ist nach jedem Schuljahr möglich!

 

 

Der Abschluss der 10. Klasse: Mittlerer Schulabschluss

Der Mitttlere Schulabschluss der Mittelschule ist gleichwertig mit den Schulabschlüssen vergleichbarer Schularten (Realschule, Wirtschaftsschule, ...). Der M-Abschluss besitzt allerdings einen höheren Praxis- und Berufsbezug. Bei einem Wechsel in eine berufliche Ausbildung oder an eine weiterführende Schule hat der M-Schüler der Mittelschule die gleichen Berechtigungen wie Realschüler! Der mittlere Schulabschluss der Mittelschule berechtigt zu den gleichen Zugängen wie die Realschule, z. B. Zugang zur Beruflichen Oberschule (FOS, BOS), zur Fachakademie, zu den Assistenzberufen – und damit zum Weg zur Fachhochschule oder Uni.

 

 

Vorteile von M-Klassen

  • Aufnahme in M-Klassen ohne Prüfungsstress
  • Kein Wechsel der Schulart und hohe Durchlässigkeit zwischen R und M
  • Wohnortnahe Beschulung
  • Schülerbezogene, praxisnahe Unterrichtsmethoden
  • Beibehaltung des Klassenlehrerprinzips
  • Hoher Praxis- und Berufsbezug
  • Problemlose Umstufung in die Regelklasse bei Schwierigkeiten

 

Die Mittelschule ist eine weiterführende Schule!